Gesucht waren Extravaganzen, die der Publisher aufnehmen könnte – nicht noch ein Diagrammtyp, sondern neue Fähigkeiten. Nach einer Runde durch GitHub, W3C-Entwürfe, Forschungsbibliotheken und Regulierung bleiben drei Themen übrig. Jedes passt an eine Stelle, an der der MZP schon etwas besitzt, das anderen fehlt.
WebMCP macht eine Webseite selbst zu einem MCP-Server im Browser. Der MZP hat bereits den Weg in den Chat gebaut. Das hier wäre die Gegenrichtung.
WebMCP ist ein Entwurf der W3C Web Machine Learning Community Group (erste Fassung August 2025). Eine Seite meldet mit document.modelContext.registerTool() Werkzeuge an: Name, Beschreibung, JSON-Schema und eine execute-Funktion. Ein Agent im Browser – eingebaut, als Erweiterung oder im iframe – findet sie und ruft sie auf. Er muss dafür keine Pixel deuten und nicht im DOM herumklicken.
Chrome hat ihn ab Version 146 hinter einem Flag ausgeliefert. Seit Chrome 149 läuft ein Origin Trial, laut Berichten bis 156. Im Sommer wanderte die API von navigator nach document. Laut einer Analyse vom Juli 2026 nutzt sie fast keine Website.
og:-Tags einspielt: einmal im Server, für alle Seiten zugleich._data.json), zu jedem Quiz die Antworten. Eine Seite kann also mehr anbieten als „Formular absenden“.dv:mark (MZP-132) hebt Knoten hervor, queryDiagram beantwortet Fragen zum Graphen, MZP-165 und MZP-85 bringen Schritte und Abspielen.// /lib/webmcp-bridge@1.0.0/bridge.js – vom Server in jede Diagramm-Seite gehängt
const mc = document.modelContext ?? navigator.modelContext; // Umbenennung Chrome 150
if (mc?.registerTool) {
mc.registerTool({
name: 'diagram.findPath',
description: 'Kürzester Weg zwischen zwei Knoten dieses Diagramms, mit Hervorhebung.',
inputSchema: { type: 'object', properties: { from: {type:'string'}, to: {type:'string'} },
required: ['from','to'] },
async execute({ from, to }) {
const path = graph.shortestPath(from, to); // aus dem eingebetteten Modell
document.dispatchEvent(new CustomEvent('dv:mark', { detail: path.nodes }));
return { content: [{ type: 'text', text: path.describe() }] };
}
});
}
Der eigentliche Moonshot ist ein Tutor-Modus. Jemand öffnet einen Architektur-Report und fragt den Agenten seines Browsers: „Was passiert, wenn der Cache ausfällt?“ Der Agent ruft diagram.findPath und diagram.step auf. Der Leser sieht, wie der Viewer den Pfad Knoten für Knoten hervorhebt. Ein selbst geschriebener Erklärtext ist dafür nicht nötig. Die Seite erklärt sich mit dem Modell, das gerade im Browser läuft.
bridge.js von Hand geschrieben wie chat-bridge.js, ohne npm-Abhängigkeit. Vier Werkzeuge nur im Diagramm-Viewer.getTools() und executeTool() aufruft. Das Harness kommt als Testfall in die Suite.getCapabilities() nennt die angebotenen Werkzeuge je Seitentyp. Damit weiß ein MCP-Agent, was ein Browser-Agent später auf der Seite vorfindet./lib/ mit Version im Pfad, und die Seite muss ohne die Bridge genauso funktionieren. Der Einsatz ist klein. Wenn es klappt, gehört der MZP zu den ersten Publishern, deren Seiten Agenten Werkzeuge anbieten.Barrierefreie Visualisierung ist bisher für Balken und Punkte gelöst, nicht für Graphen. Der MZP besitzt den Graphen und muss nicht vom Pixel ausgehen.
MAIDR (xAbility Lab, University of Illinois) ergänzt Diagramme um drei Modi: Braille für Braillezeilen, Text und Sonifikation. Navigiert wird mit den Pfeiltasten von Datenpunkt zu Datenpunkt. MAIDR wurde vollständig in TypeScript neu geschrieben und arbeitet mit D3, Plotly, Vega-Lite, Chart.js und ECharts zusammen.
Olli (MIT Visualization Group) wandelt ein Diagramm in einen ARIA-Baum mit vier Ebenen um: Überblick, Kodierungen, Intervalle, Datenpunkte. Ein Screenreader kann sich darin von grob nach fein bewegen.
Beide setzen statistische Diagramme voraus, also Achsen und Werte. Für Flussdiagramme, Sequenzen und Architekturbilder, in denen die Bedeutung in den Kanten steckt, fehlt ein solcher Ansatz.
exportTactile erzeugt ein Schwarzweiß-SVG mit verdickten Kanten, Braille-Beschriftung und Legende für Schwellpapier.Der heutige Viewer setzt einige aria-expanded und aria-pressed, ist aber nicht strukturell navigierbar. Mit dem axe-Lauf (a11y: true, E9) misst der MZP die Zugänglichkeit bereits. Das wäre der Schritt vom Messen zur Fähigkeit. Daraus ergibt sich ein Ziel, das man ehrlich prüfen kann: Eine blinde Person erschließt ein Architekturdiagramm in derselben Zeit wie eine sehende. Der Klang verbindet das Thema außerdem mit den Wettbewerbswerken (niemand-stimmt, wer-a-sagt), in denen der MZP schon mit Klang arbeitet.
DiagramAccessTree in application/support/diagram/ erzeugen: ein Record-Baum aus dem Layout-Modell, als <ul role="tree"> neben dem SVG ausgeliefert. Kein neues Paket. MAIDR und Olli dienen als Vorbild für die Bedienung, nicht als Abhängigkeit.dv:mark als Fokusanzeige wiederverwenden. Eine neue Ratsche hält fest, dass jeder Knoten im Baum vorkommt.Jede Seite auf dem MZP wurde von einem Agenten gebaut. Der Publisher hält fest, wer, wann, womit und auf welchem Stand, und kann das signieren.
Seit dem 2. August 2026 gilt Art. 50 des AI Act. Der Code of Practice zur Kennzeichnung KI-erzeugter Inhalte wurde am 10. Juni 2026 endgültig veröffentlicht. Er verlangt zwei Schichten maschinenlesbarer Kennzeichnung. Wo das Format es zulässt, gehören dazu signierte, mit Zeitstempel versehene und manipulationssichere Metadaten. Als passende Technik dafür gilt allgemein C2PA (Content Credentials).
Neu ist, dass die C2PA-Spezifikation (2.3 vom Januar, laut Implementierungen inzwischen 2.4) einen eigenen Abschnitt Embedding Manifests into HTML enthält. Das Manifest steht entweder inline als <script type="application/c2pa"> oder wird über <link rel="c2pa-manifest"> verlinkt. Die Bindung läuft über die Bytes des Dokuments. Erste Community-Crates wie c2pa-html existieren, sind aber nicht zertifiziert.
fromSlug, usedAssets und listAssetUsage ergeben direkt die C2PA-ingredients.mode=patch, rollbackArtifact entsprechen den Aktionen c2pa.created, c2pa.edited und Wiederherstellung. Die Versionskette ist schon da.clientInfo des MCP-Aufrufs (Host und Agent), dazu die Diagramm-Quelle als reproduzierbare Zutat.manifest.c2pa neben index.html und per <link rel="c2pa-manifest"> verknüpft.verifyArtifact(slug) und über jeden C2PA-Verifier.Der eigentliche Moonshot ist reproduzierbares Publizieren. Weil die Diagramm-Quelle als Zutat signiert ist, kann jeder nachprüfen, dass das SVG wirklich aus genau dieser Quelle mit genau dieser Engine-Version entstanden ist. Der Publisher bestätigt also nicht nur, dass ein Agent die Seite gemacht hat, sondern auch, wie sie entstanden ist.
c2pa-rs über deren C-Bindung oder c2patool als Sidecar im Container. Das ist offen und muss zuerst geprüft werden.index.html beim Ausliefern um canonical- und og:-Tags. Eine harte Bindung über Bytes erfordert, dass das ausgelieferte Dokument signiert wird. Die Kopf-Injektion muss also vor dem Signieren passieren, nicht beim Abruf.Die TRMNL-Geräte (800×480, 1 Bit) fragen per /api/display einen eigenen Server nach einer Bild-URL („BYOS“, Server unter MIT-Lizenz). Der MZP könnte lebende Reports und die Ratschen-Stadt als PNG unter 90 KB liefern und wäre damit ein Dashboard an der Wand. Charmant, aber eine Nebenrolle.
Das ACL-2026-Demo ViviDoc lässt Menschen einen DocSpec prüfen, bevor Agenten interaktive Lehrdokumente bauen. Im Blindtest schlägt das naive Generierung deutlich. Das passt als Agent-Workflow zu MZP-168 (Detailstufen und Zielgruppe).
Blender-MCP (rund 30 000 Sterne) und Aseprite-MCP zeigen, dass Agenten Werkzeuge mit echtem Handwerk bedienen. Der MZP könnte deren Ausgaben als Assets annehmen. Für einen eigenen Moonshot ist das zu weit vom Kern entfernt.
| Thema | Was es dem MZP gibt | Wann |
|---|---|---|
| II · Alle Sinne | Nutzt das, was nur der MZP hat (das Modell hinter dem Bild), ohne fremde Abhängigkeiten. Das Ziel lässt sich mit echten Nutzern prüfen. | zuerst, als Spike |
| I · WebMCP | Kleiner Einsatz bei großer Hebelwirkung, aber an einen beweglichen Standard gekoppelt. Wird stärker, sobald MZP-165 (Schritte) und MZP-85 (Simulation) stehen. | parallel, eine Woche |
| III · Herkunftspass | Der größte Moonshot. Das unsignierte Herkunftsprotokoll lohnt sich sofort, die Signatur erst nach dem Spike zur Java-Anbindung. | Protokoll jetzt, Signatur später |
Alle drei teilen einen Gedanken: Der MZP liefert nicht nur Bilder aus, er kennt ihre Bedeutung. WebMCP gibt diese Bedeutung an Agenten weiter, die Sinne-Ausgaben geben sie an Menschen weiter, die Bilder nicht sehen können, und der Herkunftspass belegt, wie sie entstanden ist.
Einige Angaben, vor allem Chrome-Versionen, Fristen und Spec-Versionen, stammen aus Sekundärquellen, die sich teils widersprechen. Vor einer Umsetzung an der Primärquelle prüfen.