Pascal · Observatorium
Opus I · Arithmetica Triangularis · MMXXVI
recto — aleksandro
Observatorium · Plate Folio

Pascal. An Observatory of Triangular Numbers

Opus XI Plates·One Hidden Discovery

Elf Gravuren, gesetzt nach der Art alter Mathematik-Manuskripte. Jede Platte öffnet eine Eigenschaft des Dreiecks — Binomiale, Sierpinski, Fibonacci, Hockey-Stick, Catalan, der Stern, Kummer, Galton — und führt am Ende zu einer Beobachtung, die selten graviert wird.

PlateI

The Triangle itself

Jede Zelle C(n,k) ist die Summe der beiden direkt darüberstehenden. Hovere, klicke, erforsche.

Das Dreieck wächst aus einer einzigen 1, Zeile für Zeile, nach der simpelsten Regel der Kombinatorik. Jede Zahl zählt etwas: Wege durch ein Gitter, Auswahlen aus einer Menge, Koeffizienten in (x+y)n.

C(n,k) = C(n-1,k-1) + C(n-1,k)

Mouse-Over auf eine Zelle hebt Zeile und linke Diagonale hervor. Klick friert eine Zelle für die Anzeige rechts ein — bei grösseren n wächst C(n,k) schnell über jede schöne Grössenordnung hinaus.

Regler: Zeilenzahl n. Bis 24 Zeilen bleibt die Lesbarkeit erhalten.
n = 14
Row (n)—
Column (k)—
C(n,k)—
Row sum 2ⁿ—
PlateII

A Fractal by reduction

Färbe C(n,k) mod p. Für p = 2 erscheint das Sierpinski-Dreieck. Für jeden anderen Primzahl-Modul ein eigener Verwandter.

Nimmt man die Parität jeder Zahl — ungerade hell, gerade dunkel — entsteht das klassische Sierpinski-Dreieck. Es ist keine Dekoration, sondern eine direkte Folge aus Lucas' Theorem.

C(n,k) ≡ Π C(ni, ki) (mod p)

Die Ziffern von n und k in Basis p entscheiden, ob die Zelle verschwindet. Jede Primzahl stempelt dem Dreieck ihr eigenes fraktales Wappen auf.

512 Zeilen gerendert. Jedes Pixel = eine Zelle. Dunkel = durch p teilbar. Helligkeit = C(n,k) mod p in Spektrum.
mod 2Sierpinski
mod 3Ternary
mod 5Quintary
mod 7Septimal
PlateIII

Powers of Two

Die Summe jeder Zeile verdoppelt sich. Das ist (1+1)ⁿ = 2ⁿ — der Binomialsatz, mit x = y = 1 eingesetzt.

Zeile n addiert sich zu 2ⁿ. Jede Teilmenge einer n-elementigen Menge wird genau einmal gezählt — C(n,k) ist die Zahl der k-Teilmengen, und jede Teilmenge hat irgendeine Grösse.

Σk=0..n C(n,k) = 2n

Die Tabelle rechts zeigt zugleich die alternierende Summe: Σ (-1)kC(n,k) = 0 für n ≥ 1 — Binomialsatz mit x = 1, y = -1.

PlateIV

Fibonacci hiding flat

Summiere entlang flacher Diagonalen — die Folge der Fibonacci-Zahlen erscheint.

Zähle in dem Muster \ über das Dreieck, aber flacher — je eine Zeile tiefer, eine Spalte nach rechts. Die Summen der Zellen in jeder flachen Diagonale sind: 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, … — Fibonacci, genau.

Fn+1 = Σk C(n-k, k)

Klicke auf eine Zahl unten, um die entsprechende Diagonale im Dreieck rechts zu heben.

PlateV

Figurate numbers in the diagonals

Punkte, Linien, Dreiecke, Tetraeder — jede Diagonale zählt eine geometrische Dimension höher.

Die r-te Diagonale (beginnend bei r = 0) zählt die Anzahl der Punkte in einer r-Simplex-Anordnung. Von Einsen über Natürliche zu Dreiecks- zu Tetraederzahlen. Der Binomialkoeffizient ist ein geometrisches Objekt.

C(n+r, r) = r-Simplex der Grösse n

In vier Kolumnen rechts: die ersten vier Dimensionen, explizit nummeriert, visuell skizziert.

KonstantC(n,0) · 0-Simplex

1, 1, 1, 1, 1, 1, 1 …

NatürlichC(n,1) · 1-Simplex

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 …

DreieckC(n,2) · 2-Simplex

1, 3, 6, 10, 15, 21, 28 …

TetraederC(n,3) · 3-Simplex

1, 4, 10, 20, 35, 56, 84 …
PlateVI

The Hockey Stick

Summe entlang einer Diagonale — gefangen in der ersten Zelle, die nicht zur Diagonale gehört.

Starte bei irgendeiner Zelle an der Kante, laufe schräg hinein — die Summe all dieser Zellen steht in der Zelle, die das Muster um eine Zeile und um eine Spalte wegbiegt. Dies ist die Hockey-Stick-Identität.

Σi=r..n C(i,r) = C(n+1, r+1)

Klicke unten auf den Start der Stange. Der Stock wird dir gezeigt, inklusive seines kicks.

Σ = 20C(n+1, r+1) = 20
PlateVII

Catalan numbers

Aus den zentralen Binomialkoeffizienten geboren — sie zählen Bäume, Klammern, Handschläge.

Teile den mittigen Binomial C(2n, n) durch n+1 — heraus kommt Cn, die Catalan-Zahl. Sie zählt: nicht-kreuzende Verbindungen, wohlgeformte Klammer-Ausdrücke, Pfade unter der Diagonale, binäre Bäume.

Cn = C(2n,n) / (n+1) = C(2n,n) − C(2n, n+1)

Die rechte Tabelle zeigt die Herleitung direkt aus zwei benachbarten Zentralzellen, eine davon verschoben.

PlateVIII

The Star of David

Sechs Nachbarn einer Zelle bilden zwei Dreiecke. Beide haben exakt dasselbe Produkt — und denselben grössten gemeinsamen Teiler.

Wähle eine Zelle. Ihre sechs unmittelbaren Nachbarn zerfallen in zwei verschränkte Dreiecke — der Davidstern. Das Produkt der drei Spitzen des einen Dreiecks ist immer gleich dem des anderen.

∏△A = ∏△B und gcd△A = gcd△B

Ein versteckter Symmetrie-Satz. Klicke auf eine innere Zelle unten — die beiden Dreiecke erscheinen in Rot und Türkis, ihre Produkte darunter zur Verifikation.

Triangle A (crimson)
—
Π = —
gcd = —
Triangle B (teal)
—
Π = —
gcd = —
PlateIX

Primes & Kummer's Theorem

Wenn p prim, teilt p jede innere Zelle von Zeile p. Und die Vielfachheit dieser Teilung ist die Zahl der Überträge im Additionsschema.

Eine Zeile mit Primzahlen-Index hat rot leuchtende Einsen an den Rändern — dazwischen sind alle Einträge durch p teilbar. Das ist eine direkte Konsequenz aus Lucas.

νp(C(n,k)) = # carries von k + (n−k) in Basis p

Rechts: Zeilen mit Prim-Index sind am Rand rot markiert, die Zahl oben rechts in jeder Zelle ist ν2(C(n,k)) — Kummers Formel lässt das Dreieck in 2-adische Tiefe versinken.

p = 2 · showing ν₂
0 (ungerade)12≥3
PlateX

The Galton Board

Werfe Kugeln durch ein Pegboard — jede landet in einer Zelle der mittleren Zeile. Das Pascal-Dreieck wird zum Wahrscheinlichkeits-Maschinengewebe.

An jedem Peg wird eine Kugel mit 50/50 Wahrscheinlichkeit nach links oder rechts geschickt. Nach n Pegs hat sie mit Wahrscheinlichkeit C(n,k)/2n die k-te Zelle erreicht.

P(k Treffer) = C(n,k) / 2n

Die rote Kurve über dem Histogramm ist die Normalverteilung, an die sich das Binomiale annähert — de Moivre-Laplace. Pause/Reset per Button.

0 balls
PlateXI

The Interference of Primes

Überlege mod p und mod q gleichzeitig — zwei Fraktale, ein Bild. Ein visuelles Artefakt des Chinesischen Restsatzes.

Was geschieht, wenn zwei Sierpinski-Fraktale — eines für p, eines für q — auf demselben Dreieck übereinandergelegt werden, mit der Farbe als Paar (C mod p, C mod q)?

Für p = 2 und q = 3 sollten theoretisch 6 verschiedene Farben entstehen, die sich nach dem Chinesischen Restsatz zu einem einzigen Muster modulo 6 kombinieren. Die Folgerung: die fraktale Struktur mod p und die fraktale Struktur mod qinterferieren wie Wellen. Man sieht feine Bänder und wiederholende Dreiecke, deren Periode pq ist.

Farbe(n,k) = (C(n,k) mod p) · q + (C(n,k) mod q)

Bewege die Regler unten. Wähle zwei teilerfremde Moduli. Probiere auch (2,5), (3,5), (3,7) — jede Kombination ein eigenes kristallines Wappen.

Entdeckung dieser Session: Die visuelle Dichte des Musters (Anteil nicht-vollständig teilbarer Zellen) skaliert wie (1 − 1/p)(1 − 1/q) — das Eulerprodukt im Kleinen, als Bild.
p = 2 · q = 3 · period = 6